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RBB - Kontraste, Berlin: JOB Point Neukölln  

KONSERVATIV ENTGEGEN ALLEN KLISCHEES Aynur Boldaz ist Kurdin, Unternehmerin und CDU-Mitglied

Von Christian John


Neukölln:

„Ich setze mich durch“ Aynur Boldaz sprüht förmlich vor Unternehmergeist. Wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat, steuert sie ihr Ziel selbstbewusst und souverän an. Kaum drei Wochen alt ist ihr neu gegründeter Reinigungsbetrieb. Gedanken ans Scheitern? Fehlanzeige. „Was soll schon schief gehen?“, fragt sie. Schließlich hat sie ihre „Schularbeiten“ gründlich gemacht und sich mehrere Monate lang intensiv in Kursen und Fortbildungen auf ihre Selbstständigkeit vorbereitet.

„Nachdem ich selbst wusste, was ich wollte, bin ich fast überall offene Türen eingerannt“, berichtet die Jungunternehmerin, „war das nicht der Fall, musste ich eben Hartnäckigkeit an den Tag legen.“ In stillen Momentan erkennt die 31-jährige sich manchmal selbst nicht wieder.

Vor zwölf Jahren war das für sie undenkbar. Als Braut kam sie nach Deutschland. Aus einem kleinen Ort in Ostanatolien reiste sie in die Großstadt Berlin. „Wahrlich ein Kulturschock“, erinnert sie sich. Sie sprach damals kein Wort Deutsch. Ohne Arbeitserlaubnis war sie mehr als vier Jahre Hausfrauendasein verdammt. „Im Rückblick eine schreckliche Zeit.“ Sagt sie.

Aber sie hat gelernt sich durchzusetzen. Das Berufsleben brachte einschneidende Veränderungen. Als Putzkraft fing si im Virchowklinikum an, später arbeitete sie dort als Vewaltungskraft. Die deutsche Sprache lernte sie nahezu perfekt, knüpfte viele Kontakte zu anderen Frauen. Ihre Arbeit für die Telekom und das Museum für Kommunikation an der Leipziger Straße in Mitte erweiterte ihren Horizont.

„Ich gehöre zu drei Kulturen: Ich bin Türkin, Kurdin und Deutsche- und fühle mich gut damit“, bestimmt sie ihre Identität. In ihrer Zeit in Deutschland lernte sie vor allem die Freiheiten zu schätzen, die Frauen im Gegensatz zur islamischen in der westlichen Welt genießen. Sie trennte sich von ihrem Ehemann. Die zehnjährige Tochter ziehen beide gemeinsam auf.

 

Neue Arbeitsplätze für Schwerbehinderte Frauen Berlin.de

Mit Unterstützung des Integrationsamtes beim Landesamt für Gesundheit und Soziales werden 8 neue Arbeitsplätze für schwerbehinderte Frauen geschaffen. Diese werden vor allem mit Mitbürgerinnen türkischer Herkunft besetzt sein.

Am 25. Juni 2004 nimmt das Integrationsunternehmen "Forever clean Dienstleistungsgesellschaft mbH & Integrationsservice für Frauen" offiziell seine Arbeit auf. Hierbei handelt es sich um ein neu gegründetes Unternehmen, das sich insbesondere die Integration und Beschäftigung schwerbehinderter Frauen auf dem ersten Arbeitsmarkt zum Ziel gesetzt hat. Es werden alle Dienstleistungen des Gebäudehandwerks angeboten.

Die Unternehmensleitung liegt in den Händen der bereits seit Jahren erfolgreichen und zugleich sozial engagierten Geschäftsfrau Frau Aynur Boldaz. Unterstützt wurde Sie durch den Integrationsfachdienst Süd der Bundesagentur für Arbeit, mit dessen Hilfe und Beratung geeignete schwerbehinderte Frauen vermittelt werden konnten. Das Integrationsamt gewährte zum Aufbau des Integrationsunternehmens und zur Schaffung von acht Arbeitsplätzen für schwerbehinderte Frauen einen Zuschuss von insgesamt 72.000 €.

Zur Eröffnung am 25. Juni 2004 werden Vertreter aus Politik und Wirtschaft Berlins sowie des Integrationsamtes Berlin anwesend sein.

Wann: Freitag, 25. Juni 2004 - 18.00 Uhr
Wo: 9. Etage des Sony Centers im Restaurant des Filmmuseums am Potsdamer Platz

Nähere Informationen zum Projekt:
Günter Hotte (030 - 9012 7162)
Internet: www.foreverclean.de

 

Frauen bewegen Politik einblick

„Frauen bewegen Politik“ lautet das Motto des DGB für den Internationalen Frauentag 2005. Die Gewerkschafterinnen sind überzeugt: Frauen können politisch viel bewegen, wenn sie überzeugend und machtvoll auftreten. Und sie müssen sich gerade jetzt einmischen. Denn angesichts anhaltender Massenarbeitslosigkeit und eines gesellschaftspolitischen Rollbacks werden Frauen wieder zunehmend an den Rand des Arbeitsmarktes gedrängt. Im Mittelpunkt der gewerkschaftlichen Veranstaltungen zum 8. März stehen das Engagement von Frauen in Politik und Wirtschaft, die Auswirkungen der Sozialreformen auf Frauen sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Am 6. März lädt der DGBBundesvorstand zu einem Frauen-brunch ins Coffee Connection am Hackeschen Markt in Berlin ein. Neben leiblicher Kost wird ab 11 Uhr reichlich Diskussionsstoff geboten: Über Gleichstellungspolitik, die Folgen der Hartz-Gesetze und den Ausbau von Kindertageseinrichtungen diskutieren die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ursula Engelen-Kefer, die NRW-Ministerin für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie, Birgit Fischer, die Vorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Claudia Roth und die Berliner Unternehmerin Aynur Boldaz.
Anmeldung: lilo.collm@bvv.dgb.de

 

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